IMPROVISATIONSTHEATER

Ursprünge des Improvisationstheaters

Die Ursprünge des Improvisationstheaters gehen auf die Theaterpädagogin und Sozialarbeiterin Viola Spolin in den 1940-er Jahren in Chicago zurück. Damals arbeitete sie mit gehemmten Immigrationskindern und überlegte sich Improvisationsübungen, um die Kinder zu mehr Selbstbewusstsein zu ermuntern und zum Kreativ sein aufzuwecken. So gesehen handelte es sich also um emanzipatorische Reformpädagogik. Ihr Sohn gründete dann eine Improtheater-Gruppe und trat damit erstmals vor Publikum auf.

Als heute bekanntester Vertreter gilt der Amerikaner Keith Johnstone, der in den 80er und 90er Jahren zahlreiche Impro-Spiele entwickelte, da er als Theaterregisseur immer wieder mit relativ eingefahrenen Schauspielern zu tun hatte und diese schlicht zu mehr Lebendigkeit und Kreativität führen wollte. So entstand weltweit eine Improvisationstheater-Szene, mit der Folge, dass es heute in fast jeder etwas größeren Stadt mehrere Improtheater-Gruppen gibt.

Grundsätze des Improvisationstheaters:

    • Sag JA! Nimm an, was Dir angeboten wird. Sei und bleibe offen und empfänglich.

    • Wann immer möglich, triff eine kühne Entscheidung. Je weniger sie auf der Hand liegt, desto besser.

    • Du bist Du. Was Du für Deine “Rolle“ hältst, ist nur ein vergrößertes Stück von Dir. Also bleibe auf der Bühne Du selbst. Sei und bleibe Du selbst.

    • Spiele immer auf der Höhe Deiner Intelligenz. Kompromittiere nicht Wahrheit und Integrität für billige Lacher.

    • Lasse Deine Partner gut aussehen.

    • Bringe ins Spiel nur Dinge ein, die es am Leben halten.

    • Der Star ist die Mannschaft. Man muss gute Pässe schlagen, den Rhythmus wechseln, die Laufwege erahnen & den Ball immer laufen lassen.
    • Schöpfe aus dem Nichts und der eigenen Psychologie.. Sei am Jetzt mehr interessiert als an irgendeiner Bedeutsamkeit.

    • You cannot have it. You have to find it always new!

    • Und: Perfektion ist die Verweigerung von Glück.

Wie ich dazu kam:

Am Ende meines Pädagogikstudiums kam ich 1995 durch Zufall erstmals mit dem Improvisationstheater in Kontakt und hatte fortan die Möglichkeit in der damals noch freien Gruppe `Anonyme Improniker´ regelmäßig mitzuspielen. So hatte ich das Glück 17 Jahre mit den `Anonymen Impronikern´ hunderte von Shows zu spielen und mich mit dem Kulinartheater `Al Patrone´ und dem Walkactduo „Querformance“ immer wieder neu zu erfinden und weiterzuentwickeln.

Im Jahr 2002 begann ich erstmals Improvisationstheater-Workshops zu geben, denen ich kurze Zeit später den Titel “Mit Freude scheitern“ gab. Später kamen spezielle Workshops hinzu, in denen ich Berührungen und Befruchtungen zwischen Psychotherapie und Improvisationstheater zuließ.

Eine klassische Improvisationstheater – Workshopausschreibung klingt in etwa so:

MIT FREUDE SCHEITERN  Improvisations -Theater Workshop für Anfänger & Wiederholungslustige

Frei improvisiertes Spiel ist ein wunderbares Abenteuer und Wagnis zugleich. Ohne vorgegebenen Text und festgelegte Rollen betreten wir die Bühne, stellen uns ins Rampenlicht und vertrauen darauf, dass uns das Richtige schon einfällt.

Wie sonst im Leben auch! 😊

So lebt dieses Zusammenspiel immer wieder vom Glück gemeinsam bei null zu beginnen, auf der Suche nach dem Neuen, nie dagewesenen. Vor allem aber weckt es Freude am Spielen, Scheitern & beherzten Weitergehen.

Und so wird in diesem Workshop gespielt, gespielt und nochmals gespielt. Die Früchte dieses Treibens sind vielfältig: sprudelnde Lebendigkeit, Verbundenheit, Entspannung und die Fähigkeit über sich und andere herzhaft lachen zu können.

Übungen aus dem Improvisationstheater sowie verschiedene Achtsamkeits-, Körper- & Bewegungsmethoden laden hierzu wiederholt ein. Jede/r ist willkommen!

Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden wir werden alt,

weil wir aufhören zu spielen. (Benjamin Franklin)

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